Retinoide gehören zu den am besten untersuchten Wirkstoffen in der Hautpflege. Im Handel stehen sie in verschiedenen Formen: Retinol, Retinal (auch Retinaldehyd) und – verschreibungspflichtig – Tretinoin. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede der rezeptfreien Formen.

Vom Vorläufer zur aktiven Form

Die Haut nutzt Vitamin A in Form von Retinsäure. Kosmetische Vorstufen müssen erst umgewandelt werden: Retinylester werden zu Retinol, dieses wird zu Retinal und schliesslich zu Retinsäure. Retinal liegt also einen Schritt näher an der aktiven Form als Retinol. Deshalb gilt es oft als schneller wirksam, gleichzeitig kann es bei empfindlicher Haut eher reizen. Wie stark der Effekt im Einzelfall ist, hängt auch von der Formulierung und Konzentration ab.

FormUmwandlungsschritte zur RetinsäureEinordnung
RetinolzweiKlassiker für den Einstieg, häufig milder
Retinaleinernäher an der aktiven Form, kann stärker wirken und reizen
Tretinoinkeine (selbst Retinsäure)verschreibungspflichtig, ärztliche Begleitung

Beispiel: Medik8 Crystal Retinal

Pumpflasche Medik8 Crystal Retinal 6 als Produktabbildung

Crystal Retinal in vier Stärken

Medik8 bietet die Nachtcreme in mehreren Stärken (1, 3, 6 und 10) an. Laut Hersteller steigt die Retinal-Konzentration mit der Zahl, die Formulierung enthält ausserdem Vitamin E. Erhältlich über ausgewählte Fachhändler und Online-Shops; die Verfügbarkeit in der Schweiz variiert, ein Blick in die Händlerangaben lohnt sich. Preise unterscheiden sich je nach Stärke und Anbieter.

Einordnung: Das Stufenkonzept erleichtert das Herantasten. Die Retinal-Pflege ist ein Nachtprodukt und nicht für die Schwangerschaft gedacht. Wir haben das Produkt nicht selbst getestet; die Angaben stammen vom Hersteller.

Einstieg ohne Überforderung

  • Mit der niedrigsten Stärke und wenigen Abenden pro Woche beginnen.
  • Nur abends anwenden, tagsüber konsequent Sonnenschutz nutzen – siehe Sonnenschutz im Alltag.
  • Menge: etwa erbsengross für das ganze Gesicht, Augen- und Mundwinkel aussparen.
  • Bei Rötung oder Schuppung pausieren und die Barriere pflegen, siehe Hautbarriere stärken.

Was Retinoide leisten – und was nicht

Studien zeigen für Retinoide positive Effekte auf feine Linien, Hauttextur und bei Neigung zu Unreinheiten. Sie wirken jedoch langsam; sichtbare Veränderungen brauchen in der Regel mehrere Wochen bis Monate. Retinoide ersetzen weder Sonnenschutz noch ärztliche Behandlung bei ausgeprägter Akne.

Wichtig: In der Schwangerschaft und Stillzeit wird von Retinoiden abgeraten. Klären Sie die Anwendung im Zweifel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wer zusätzlich auf Wirkstoffe wie Niacinamid setzt, findet Hinweise zur Kombination im Beitrag Niacinamid und Peptide.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Produktangaben stützen sich auf Herstellerinformationen und Inhaltsstofflisten; Verfügbarkeit und Preise variieren je nach Anbieter. Mehr dazu im Haftungsausschluss und unter Werbung & Affiliate.